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Die Therapie

23. Januar 2007 by admin

Sowohl die funktionelle Dyspepsie als auch das Reizdarm-
Syndrom sind oft chronische Krankheitsbilder.
Daher sollte das Ziel der Behandlung zwischen Patient
und Arzt klar abgesprochen werden. Grundsätzlich wird
zwar immer versucht, die subjektiv als stark und meist
als quälend empfundenen Beschwerden langfristig zu
beseitigen. Oft kann jedoch schon eine Linderung der
Symptome, verbunden mit einer deutlichen Verbesserung
der Lebensqualität, als Therapieerfolg angesehen
werden.

Das ärztliche Gespräch
Die Grundlage der Therapie ist das vertrauensvolle
Gespräch zwischen Arzt und Patient. Der Arzt sollte in
dem Gespräch informieren, aufklären und stützend
begleiten. Wichtig ist es auch, dass der Patient besondere
Lebensumstände aufarbeitet. Er sollte erkennen, dass
auch soziale, berufliche oder familiäre Konfliktsituationen
sowie die sehr persönliche Art der Beschwerde- beziehungsweise
Krankheitsverarbeitung zum Prozess der
Krankheitsentstehung und -unterhaltung beitragen. Der
Arzt kann durch Aufmerksamkeit, Zuhören, Geduld und
Ermutigung das Erreichen dieser Erkenntnis fördern.
Doch nicht nur Ärzte sollten sich den besonderen Anforderungen
des Gespräches stellen. Auch Sie als Patient
erhöhen durch Vertrauen und Offenheit im Gespräch die
Möglichkeit zur erfolgreichen Therapie.
Wenn Sie in dem Gespräch hören werden, dass keine
nachweisbare Ursache gefunden wurde, bedeutet das
nicht, dass Ihr Arzt möglicherweise nicht richtig untersucht
hat. Fühlen Sie sich auch nicht sofort unverstanden.
Erinnern Sie sich daran, dass gerade der fehlende
Nachweis objektiver (messbarer) Kriterien zur Diagnose
funktioneller Magen-Darm-Beschwerden gehört. Ihre
Beschwerden werden dadurch nicht bagatellisiert, sondern
lediglich dem richtigen Krankheitsbild zugeordnet.
Denken Sie an die weiter oben beschriebene Rolle Ihrer
Psyche bei den funktionellen Magen-Darm-Beschwerden.
Unter Umständen ann für die Therapie auch ein Spezialist (Psychotherapeut,
Psychiater) eingeschaltet werden.
Neben den noch zu besprechenden medikamentösen
Maßnahmen sollten Sie unbedingt gemeinsam mit
Ihrem Arzt oder Therapeuten ein langfristiges Konzept
erarbeiten, das zur Veränderung der die Krankheit auslösenden
beziehungsweise unterhaltenden Lebensumstände
und Ihrer eigenen Beschwerde- und Krankheitsverarbeitung
führt. So werden Sie bewusst aktiv in die
Gestaltung der Therapie mit eingeschlossen. Dies unterstreicht
Ihre Eigenverantwortung gegenüber der Krankheit
und deren Bewältigung. Zu diesem Konzept gehört
es auch, übermäßigen Tabak-, Alkohol-, Kaffee- oder
Teegenuss zu vermeiden. Falls erforderlich, müssen
auch die Ernährungsgewohnheiten umgestellt werden
(Art, Häufigkeit und Menge der Nahrungsaufnahme, Essgewohnheiten
etc.). Gegebenenfalls können Sport, Entspannungsübungen
oder autogenes Training die vorgenannten
Maßnahmen unterstützen.
Erfolge stellen sich in aller Regel durch diese Maßnahmen,
die oft eine erhebliche Umstellung Ihrer Lebensgewohnheiten
bedeuten, nicht sofort ein. Deshalb müssen
auch die Gespräche zwischen Ihnen und Ihrem Arzt
regelmäßig wiederholt werden. Haben Sie Geduld!

Medikamentöse Therapie
Medikamente greifen in normale beziehungsweise durch
Krankheiten verändert ablaufende, meist wohl definierte
körperliche Prozesse ein. Bei Krankheiten, bei denen
unser Wissen über diese Prozesse bisher noch unvollständig
ist, ist ein gezielter Eingriff durch Medikamente
nicht möglich. Bei diesen Krankheiten müssen sich
medikamentöse Maßnahmen weitgehend auf die Erfahrung
der Ärzte stützen. Medikamente können die Erkrankung
nicht heilen, sondern bestenfalls die Beschwerden
lindern oder auch vorübergehend beseitigen.

Medikamente haben nicht nur die von ihnen erwarteten
Hauptwirkungen. Sie zeichnen sich auch durch mehr
oder weniger häufige, unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)
aus.
Deshalb sollten sie nur eingesetzt werden, wenn ihre
Wirksamkeit bewiesen oder zumindest auf Grund
langjähriger ärztlicher Erfahrung wahrscheinlich ist.
Für nahezu alle Medikamente, die bei funktionellen
Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden, ist die
Wirksamkeit nicht sicher bewiesen. Auch aus diesem
Grund sollten Medikamente nur für wenige (zwei bis vier)
Wochen eingenommen werden und auch nur, wenn
gerade Beschwerden bestehen.
Die Auswahl des Medikamentes trifft der Arzt nach
 den vorherrschenden Beschwerden;
 der Sicherheit, mit der die Wirkung erwartet werden
kann;
 der Verträglichkeit des Medikamentes;
 seiner eigenen Erfahrung mit diesem Medikament.
Medikamentöse Therapie der funktionellen

Dyspepsie
Bei der funktionellen Dyspepsie stehen zwei Wirkprinzipien
für die Therapie zur Verfügung. Stehen Magensäureverbundene
Beschwerden wie Oberbauchschmerzen
und/oder Sodbrennen (ein Rückfluss des sauren Mageninhalts
in die Speiseröhre muss aber ausgeschlossen
sein!) im Vordergrund, werden zuerst säurereduzierende
Medikamente gegeben.
Bei Beschwerden wie Druck- und/oder Völlegefühl,
Übelkeit und frühzeitigem Sättigungsgefühl werden
Medikamente verordnet, die die Darmbewegungen fördern
beziehungsweise regulieren.

Nur bei hartnäckigen, auf diese Therapieversuche nicht
ansprechenden Beschwerden sowie bei nachgewiesener
Besiedlung der Magenschleimhaut mit Helicobacter
pylori (siehe auch „Schmerzwahrnehmung“ Seite 9) kann
versucht werden, durch Abtöten dieses Keimes die
Beschwerden zu lindern. Ausreichend gesicherte
Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieses Therapieansatzes
bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden gibt
es nicht.
In einer Untersuchung mit einem hauptsächlich
aus bitterem Bauernsenf bestehenden Präparat,
konnte gezeigt werden, dass ein pflanzliches Medikament
(Phytotherapeutikum) einen therapeutischen Nutzen
bringen kann. Für Magensäure bindende Medikamente
(Antazida), für Bakterienextrakte sowie für
homöopathische oder naturheilkundliche Medikamente
liegen keine Studienergebnisse über die Wirksamkeit
vor.
Medikamentöse Therapie des Reizdarm-
Syndroms
Die medikamentöse Therapie des Reizdarm-Syndroms
orientiert sich überwiegend an den vorherrschenden
Beschwerden.
Sind Ihre Beschwerden im Wesentlichen durch Durchfälle
geprägt, kann Ihnen mit dem Wirkstoff Loperamid
wirkungsvoll geholfen werden. Es normalisiert sowohl
die Beschaffenheit des Stuhls als auch die Häufigkeit
des Stuhlgangs und lindert auch die Schmerzen. Allerdings
sollte dieses Medikament den schweren Fällen
vorbehalten bleiben und nicht dauerhaft eingenommen
werden. Quellmittel aus Flohsamen können die Therapie
sinnvoll unterstützen. Dieses pflanzliche Präparat hat
sich auch bei überwiegend durch Verstopfung gekennzeichneten
Beschwerden bewährt. Andere Quellmittel
wie Weizenkleie oder Leinsamen können sogar Auslöser
verstärkter Blähungen sein. So genannte Laxanzien fördern
die Stuhlentleerung. Hier sollte Substanzen der Vorzug
gegeben werden, die Wasser im Dickdarm binden
und so die Stuhlfrequenz erhöhen wie zum Beispiel
Lactulose, ein Zuckermolekül. Drastisch darmantreibende
Substanzen sollten vermieden werden. Denn diese
führen bei längerfristigem Einsatz regelmäßig zu einer
„Lähmung“ der Darmtätigkeit; ein Nebeneffekt, den Sie
ja gerade verhindern wollen. Abgesehen von Quellmitteln
sollte keines der anderen Mittel dauerhaft eingenommen
werden.
Zur Behandlung von vermehrtem Gasgehalt im Darm
stehen Karminativa (Mittel gegen Blähungen wie zum
Beispiel Pfefferminzöl) und die Substanz Dimethylpolysiloxan
zur Verfügung. Diese reduzieren die Oberflächenspannung
der Luftblasen im Darm und machen dadurch
aus einzelnen großen Blasen viele kleine Bläschen. Die
können leichter beziehungsweise kontrollierter entleert
werden. Therapieversuche mit diesen Substanzen sind
bei entsprechender Symptomatik gerechtfertigt, da sie
weitgehend nebenwirkungsfrei sind. Wissenschaftliche
Belege für die Wirksamkeit dieser Substanzen liegen
nicht vor.
Überwiegen krampfartige Beschwerden, kann eine Therapie
mit so genannten Spasmolytika (zum Beispiel
Mebeverin) notwendig sein. Spasmolytika sind Medikamente,
die verhindern, dass sich die Muskulatur in der
Darmwand zu stark anspannt und dadurch Schmerzen
verursacht. Diese Substanzen sind bei akuten
Beschwerden gut wirksam. Sie können jedoch wegen
ihrer Nebenwirkungen nicht dauerhaft im Sinne einer
Vorbeugung eingenommen werden. Daher wird eine Heilung
der Beschwerden nicht erreicht.



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Unsere Verdauung besteht aus der Hauptaufgabe, die Nährstoffe, die in der Nahrung enthalten sind, aufzuspalten, und sie unserem Körper zuzuführen. Der Verdauungstrakt besteht aus mehreren Organen: Mund, Speiseröhre, Magen, Darm und zum Schluss dem Enddarm. Der Beginn der Verdauung ist also schon im Mund. Die Nahrung wird durch das Kauen zerkleinert. Durch Schlucken gelangt die Nahrung in die Speiseröhre und wird von dort aus weitergeleitet. Der Darm besteht aus verschiedenen Teilen: Zwölffingerdarm, Dünndarm, Dickdarm, Enddarm.
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